kuriose Geschichten

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Legenden und Wahrheiten

Um den Käfer ranken sich viele Legenden und Wahrheiten. Hier nun einige Geschichten, die zumindest in der Literatur wiedergefunden werden können.

Fliegende Käfer

Mira Slowak, gebürtiger Tscheche und später Jet-Kapitän in den USA, baute mit den serienmäßigen Teilen eines VW-1200-Motors ein funktionstüchtiges Kleinflugzeug, welches er auf den Namen 'Spirit of St. Paula' taufte (in Anlehnung an die Spirot of St. Louis' von Charles Lindbergh). In 175 Stunden und 42 Minuten überquerte er damit im Alleinflug den Atlantik (er benötigte dafür 9 Zwischenlandungen). Er gewann dabei ein Preisgeld, welches von einer englischen Tageszeitung ausgesetzt wurde.

Die Brüder Röösli im schweizerischen Bramboden (bei Luzern) nutzten einen Käfer als Liftkabine für ihre Drahtseilbahn, um zu ihrem Bergbauernhof zu gelangen.

Die Royal Air Force testete ein Flugzeug mit Käfer-Motor für militärische Zwecke (140 km/h Geschwindigkeit, 7l/100km Sprit). Dieses Flugzeug wurde am 24. Oktober 1959 von Prinz Philip in White Waltham geflogen.

Ein Pilot der US Air Force soll versucht haben, bei seiner Versetzung zurück in die Vereinigten Staaten einen Käfer in der Ladebucht seines Langstreckenbombers mit nach Hause zu nehmen. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wurde der Käfer in der Ladebucht befestigt, das Bodenpersonal war eingeweiht. Da der Flug ein Non-Stop-Flug von Europa nach Amerika war, mußte lediglich das Bodenpersonal und der zuständige Offizier am Zielort eingeweiht werden. Nachdem alles abgeklärt war, konnte die Reise losgehen. Unterwegs erfuhr der Pilot dann, daß das die gesamte Mannschaft am Zielort ausgetauscht wurde. Da es unmöglich war, unbekannten Personen zu erklären wie der Käfer in den Bombenschacht kam, mußte der Pilot schweren Herzens den Käfer beim Anflug auf die Küste abwerfen. Obwohl die Schwimmfähigkeit des Käfers als außerordentlich bezeichnet werden muß, versank der Wagen schnell in den Fluten des Atlantiks.

Schwimmende Käfer

Mrs. Mabel Stevenson stellte am 20. November 1961 ihren Käfer an den Ufern des Palmer Canyon nahe Pomona, Kalifornien ab. Als sie zum Wagen zurückkehrte, schwann der Käfer bereits den Fluß hinunter, um einen halben Kilometer weiter wieder ans Ufer gespült zu werden - der Innenraum blieb dabei übrigens trocken.

Oberkellner Owe Burkland (Kopenhagen) soll mit zu viel Schwung auf den Hafenparkplatz gefahren und mit seinem Auto ins Wasser gefallen sein. Angeblich setzte er sich auf die Kofferraumhaube, bevor er 10 Minuten später wieder an Land gezogen wurde.

Elden Brown soll mit seinem Käfer in Arkansas von einer Kaimauer aus 15 Meter weit in einen 10 Meter tiefen See gefallen sein. An einem Seil schleppte er den Wagen zum Ufer (seine Frau noch auf dem Beifahrersitz). Erst kurz vor dem Ufer fing der Wagen an zu sinken, seine Frau konnte sich noch unverletzt retten.

In Florida hievten Käfer-Fans einen Käfer in Homossa Springs in ein Hafenbecken und warteten. Nach 29 Minuten und 27 Sekunden sank der Wagen. Amerikanische Werber warfen einen serienmäßigen Käfer in ein Schwimmbecken. Dieser sank erst nach 42 Minuten. Dies führte zu dem Werbespruch 'Ewig kann auch ein Volkswagen nicht schwimmen. Machen sie deshalb einen Bogen um größere Pfützen. Besonders dann, wenn sie groß genug sind, um einen Namen zu tragen'.

Malc Buchanan stattete seinen Käfer mit Positionslampen, Takelage und Propeller aus und schwann von der Ile of Man durch die Irische See ans westenglische Ufer

Ein Mitarbeiter des VW-Importerus von Bologna wettete, er könne mit seinem Käfer die Straße von Messina zwischen Kalbrien und Sizilien durchqueren. Ausgestattet mit einer Schiffsschraube, die auf eine Verlängerung der Kurbelwelle genietet wurde, schwamm er in 38 Minuten von einem Ufer zum anderen. Die offizielle Fähre benötigte für diese Strecke übrigens 40 Minuten.

Wahre Liebhaber

Richter Albert Gillis aus Oconto Falls (Wisconsin) fuhr 33 Jahre lang einen Ford A, Baujahr 1929. Sein nächstes Fahrzeug war ein 62'er Käfer. Jedes Teil, das ihm schadhaft erschien, wurde ausgewechselt. Nachts bockte er den sogar Wagen auf, um die Reifen zu schonen.

Verrückte Rekorde

Am 7. September 1980 stellten 85 Männer in Barsinghausen bei Hannover einen neuen Weltrekord auf: Sie kletterten in und auf den Wagen und fuhren damit 21 Meter weit. Vorher lag der Rekord bei 67 Insassen und 20 Metern. Begonnen hatte alles mit 35 Personen in Wisconsin, es folgten 36 in Dublin (Strecke: 5 Meter), 57 an der Uni Graz usw.

Porsche-Motoren im Läfer waren zumindest in den USA keine Seltenheit - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben - und ohne TÜV. In den 60er Jahren stellte die Firma Turbonique Inc. aus Orlando, Florida den 'Microturbo' her, eine Turbine von 45 PS bis zu 360 PS (45 PS, 105 PS, 170 PS, 235 PS, 300 PS und eben 360 PS). Die Turbine trieb über ein Untersetzungsgetriebe eine Antriebswelle an, wobei sich die Turbine mit bis zu 92 000 Umdrehungen pro Minute drehte. Die 360 PS-Ausführung kostete damals übrigens im Bausatz nur 1243 Dollar, ein fertiges Aggregat 2300 Dollar. Der Umabu dauerte knapp 4 Stunden. Später wurden Triebwerke mit bis zu 850 und mehr PS entwickelt - diese Aggregate waren allerdings kaum für den Straßenverkehr, sondern für Dragster-Rennen gedacht.

1973 fuhr um Hannover ein für seine Zeit wirklich heißer Käfer. Mitarbeiter des Autohauses Nordstadt bauten in 200 Arbeitsstunden ein TÜV-zugelassenes Fahrzeug zusammen, das bis zu 213 km/h schnell war. Die Bodengruppe samt Fahrwerk stammte vom VW-Porsche 914, der Motor war aus dem Porsche Carrera und leistete 210 PS bei 2,7l Hubraum. Die Karosse stammte vom 1303.

In einem Vergleich der englischen Warentest-Zeitschrift Which wurde die Haltbarkeit englischer und ausländischer Fahrzeuge untersucht. Rolls Royce und Volkswagen waren im Testzeitraum von 6 Baujahren die Besten. Allerdings kostete ein Rolls Royce damals 304 000 Mark und wurde bis damals 100 000 mal gebaut, wogegen VW soviele Wagen in einem Monat produzierte für ein 30tel des Preises.

Kuriose Geschichten

In Seattle wurde ein Käfer unter einer Brücke mit einbetoniert, ein Teil ragt noch heraus. Die Frage ist, ob der Besitzer sich verfahren hat.

In San Francisco soll sich ein Busfahrer dermaßen über einen Käfer geärgert haben, daß er an einer Kreuzung ausstieg und den Käfer mit Insektenspray besprühte.

Der Fahrer eines Cadillacs fühlte sich von einem Käfer verfolgt, der allerdings leer war (und mittlerweile als gestohlen gemeldet war). Was war passiert ? Der große Cadillac hatte beim Einparken den Käfer regelrecht auf die Hörner genommen, was dem Fahrer beim Fahren nicht auffiel.

Als der Käfer auch in den Staaten seltener wurde, machte einige Werbefirmen Käferfahrern folgendes Angebot: Wir lackieren ihren Wagen neu, geben ihnen 20 Dollar pro Monat, solange sie unsere Werbung spazierenfahren.

Aus der Werkschronik: In Tripolis liehen sich zwei junge Männer einen VW aus, um zur Oase Gilo zu fahren, rund 800 Meilen durch die Wüste. Sie vergaßen ihren Kompaß, kamen von der Straße ab und fuhren in ein Sandloch. Sie ließen den Wagen liegen und liefen auf das nächste Licht zu, das sie nach 24 Stunden erreichten: eine Bohrstation. Am nächsten Tag machten sie sich auf den Weg zurück, um den Käfer zu suchen. Da die Polizei in Benghasi sie für Saboteure hielt, wurden sie festgenommen. 5 Monate später entdeckte ein Mitarbeiter einer Ölfirma in der Wüste ein seltsames buntes Metallstück, das aus dem Sand ragte - das Dach des Käfers. Zwei Tage später grub er mit 2 Polizisten den Fund aus und drehte den Zündschlüssel - der Motor sprang an. Nach dem Fund wurden die beiden Inhaftierten entlassen - ihre Geschichte hat sich als wahr herausgestellt.

Der Arktis-Forscher Rober McMahon konnte sich keinen Raupenschlepper leisten und kaufte sich einfach einen Käfer, mit dem er zufrieden war.

Einem sehr exklusiven Club gehörten 1975 gerade mal 290 Amerikaner an: 'Babys born in Beetles'.

Spezialbauten

  • Bill Peters aus Gerber, Kalifornien, schnitt seinem Käfer das Heck ab und koppelte einen Pflug an - der Käfer war stabil, wetterfest und günstiger als alle anderen Zugfahrzeuge.
  • Eine kanadische Elektrizitätsgesellschaft nutzte den Käfer als Bahnservicewagen - die Felgen wurden einfach gegen Schienenräder ausgetauscht
  • George Kunkel aus Camp Hill, USA war vermutlich der erste, der sich eine Rolls Royce-Kühlerhaube auf seinem Käfer montierte.
  • In Nashville, Texas, wurden kugelsichere Käfer zum Geldtransport verwendet
  • Ein Industrieller soll sich für umgerechnet 130 000 Mark einen Käfer-Viertürer haben bauen lassen mit 5,07 cm Länge (47 cm weniger als ein Mercedes 600)

Zitate

Das letzte Auto, das gebaut wird, wird ein Käfer sein
(Heinrich Nordhoff)

Porsche hat ihn erfunden, Hitler hat ihn dem Volk versprochen. Millionen in aller Welt sind erst später darin glücklich geworden.
(Hans Werner im Stern)

Der Volkswagen hat mehr Fehler als ein Hund Flöhe
(Heinrich Nordhoff, 1948)

Weil der Volkswagen sich immer vorwärts bewegt
(Heinrich Nordhoff zu einem Journalisten auf die Frage, warum der Käfer keine Rückfahrscheinwerfer habe)

Irrtümer

"Der Wagen ist bizarr häßlich und strukturell schwach. Sobald sich die Deutschen ordentliche Autos leisten können, vergessen sie den Käfer. Kein Interesse bei der britischen Autoindustrie, nicht einmal als Kriegsbeute"
(Sir William Rootes, KfZ-Experte der Briten, zur Möglichkeit, das VW-Werk zu übernehmen)

"Das ganze ist ja keinen roten Heller wert"
(Ernie Breech, leitender Direktor bei Ford bei einem Besuch in Wolfsburg 1948. Breech war übrigens derjenige, der auch für die 250 Millionen-Dollar-Pleite bei Ford mit dem Edsel verantwortlich war)

"So ein Auto können sie bei uns nie verkaufen"
(Ein Zöllner zu Heinrich Nordhoff 1949 in New York)

(Quelle: Peter Lanz - Das große Käfer-Buch)

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